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23
März
Trinity Music presents

Slow Readers Club

Details

  • Datum 23.03.2023
  • Start 20:00
  • Einlass 19:00
  • Kategorie
  • VVK 22€ zzgl. Gebühren

Die vier Musiker hinter The Slow Readers Club haben einen langen Weg hinter sich, bevor sie sich ganz auf die Musik konzentrieren konnten. Eine erste Inkarnation der Band fand sich bereits 2003-2007 unter dem Namen Omerta. 2009 kehrten sie zurück mit dem aktuellen Namen und veröffentlichten in den folgenden Jahren zwei Studio- sowie zwei Live-Alben. Jene wurden von Presse und Radio durchweg gefeiert, und so dürfte es wohl ein ewiges Rätsel bleiben, wieso es so lange brauchte, ehe sich die Musikindustrie für diese außergewöhnlich mitreißende Indie-Rock-Band zu interessieren begann. Mit dem im Mai 2018 veröffentlichten, dritten Studioalbum „Build a Tower“ haben The Slow Readers Club jedoch eine Label-Heimat gefunden, prompt stieg die Platte in die Top 20 der UK-Charts. Im Jahr 2020 erschienen dann gleich zwei neue Langspieler, die beide ebenfalls hoch in die UK-Charts einstiegen: Zunächst veröffentlichten die Band im März 2020 das rein digitale Album „The Joy of the Return“; im Oktober 2020 folgte ihr nunmehr fünftes Studioalbum „91 Days In Isolation“. Mit jenem gehen The Slow Readers Club Anfang 2023 auf Tournee, im Rahmen derer sie am 23. und 24. März auch für zwei Deutschlandkonzerte in Berlin und Hamburg Station machen.

Bereits vor 15 Jahren riefen die Brüder Aaron (Gesang) und Kurtis Starkie (Gitarre) für sich das Ziel aus, Profimusiker werden zu wollen. Doch es sollte ungewöhnlich lange dauern, bis sie ihr Ziel erreicht haben würden. Und das trotz des Umstands, dass ihre Musik von Anbeginn viele, teils auch prominente Fans fand. So wurden beispielsweise die drei veröffentlichten Singles ihrer ersten Band Omerta von der BBC-Radiolegende Steve Lamacq auf hoher Rotation gespielt. Dennoch trennten sich Omerta noch vor der Fertigstellung eines ersten Albums im Jahr 2007.

Zwei Jahre später kehrten die Starkie-Brüder unter dem neuen Namen The Slow Readers Club zurück. Nach einigen Besetzungswechseln fanden sie in Bassist James Ryan und Schlagzeuger David Whitworth die passenden Mitstreiter und veröffentlichten 2011 mit „The Slow Readers Club“ in Eigenregie ihr Debütalbum, das erste Indizien auf die hymnenhafte Grandezza bot, die diese Band im weiteren Verlauf auszeichnen sollte. Wieder war es – neben anderen Radio-DJs – Steve Lamacq, der die Größe und mitreißende kompositorische Qualität dieser Band in den höchsten Tönen lobte. Und so begann für die Band eine kuriose Phase, in der sie zu einer der erfolgreichsten Bands ohne Plattenvertrag avancierte. In Manchester spielten sie vor regelmäßig ausverkauften Häusern, und auch in London, Brighton oder Hull verkauften sie Hallen von bis zu 1.000 Zuschauern aus. Und trotzdem wartete die Band vergeblich darauf, dass endlich bei ihnen ein paar Plattenfirmen anklopfen. Nicht ohne Grund sprach man also lange von Manchesters „Best Kept Secret“.

So entstand auch das zweite, 2015 veröffentlichte Album „Cavalcade“ ohne die Unterstützung der Plattenindustrie. Mit dem Erscheinen dieses Longplayers wurden die Konzerte noch größer, man lud sie auf zahllose Festivals ein, und die Band James nahm The Slow Readers Club mit auf große UK-Tour. Nun endlich konnten sie auch das Interesse der Industrie wecken – und so fand diese lange Geschichte mit der Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums „Build a Tower“ im Jahr 2018 ihr gutes Ende. Seitdem haben die vier Musiker nun endlich ihre Nebenjobs aufgegeben und widmen sich voll und ganz der Musik. Wie überfällig dies war, beweist ihr Doppelschlag mit den zwei Alben im Jahr 2020: Während das angemessen optimistisch betitelte „The Joy of the Return“ ihre Freude über nun erlangte professionelle Musikkarriere in eine großartige Mischung aus Indie-Rock, Dark Wave, Pop und Post-Punk einfängt, ist das ebenso treffend benannte „91 Days In Isolation“ die melancholische Innenbetrachtung des schwierigen Zustands, in dem sich nicht nur die Band, sondern im Grunde jeder Mensch während der durch die COVID-Pandemie hervorgerufenen, landesweiten Lockdowns befand. Dass sich allerdings selbst aus derart dunklen Gedanken hymnische Rocksongs formen lassen, beweisen The Slow Readers Club auf dem Album gleich in Reihe.